Tom Huber verbindet Menschen und Marken mit Musik

Aug 15

Musik begleitet sein Leben. Zu seiner Passion wurde sie als er während des Studiums in New York war. Dort hat Tom Huber den Schritt vom begabten Amateur zum Profi auf höchstem Niveau gemacht.

In den Bergen bei München aufgewachsen, entdeckte Tom Huber mit 12 Jahren seine Liebe zur Musik. Er hat angefangen Gitarre zu spielen, mit seinem Kassettenrekorder immer wieder unzählige Soli seiner Jugend-Idole abgehört, um diese dann stundenlang nachzuspielen. Die Schule lief nebenher. Nach dem Abi ging’s zur Bundeswehr. Musste er nachts Wache schieben, war seine Gitarre dabei und half ihm, die Zeit bis zum Morgen zu überbrücken. Mitte der 80er Jahre fing er an, BWL zu studieren – wie eben alle damals … Und dann kam New York.

Pia Frei: Tom Huber – Wussten Sie schon immer was Sie im Leben machen wollten?

Tom Huber: Rückblickend muss ich sagen, dass mein Leben schon immer im Fluss war. Dinge haben sich ergeben. Chancen, die sich mir boten, habe ich begeistert genutzt und viel für meinen Erfolg gearbeitet … Ich hatte gerade mein Vorstudium beendet als mich ein Studienfreund anrief und mir erzählte, dass die Firma, bei der er ein Praktikum in New York machte, noch einen zweiten Trainee suchte. Spontan entschied ich mich, es ihm gleich zu tun. Kümmerte mich um ein Visum, bequatschte einen Radiosender, seine Hörer zu fragen, ob jemand ein Zimmer in New York zu vermieten hätte – was tatsächlich auch geklappt hat – und zog los. Wow – es war toll. Tausend neue Eindrücke. Mitten in einer Weltstadt. Tun und lassen können, was ich wollte. Auf mich gestellt. Aber nach einem Monat merkte ich, dass ich etwas in München vergessen hatte – meine Gitarre. So machte ich mich auf, kaufte mir eine in Brooklyn und beschloss, neben meinem Praktikum Gitarrenunterricht zu nehmen. Dann traf ich Ric Molina

Pia Frei: Was war das Besondere an dieser Zeit?

Tom Huber: Ric hat mein Leben verändert. Man könnte auch sagen, die Zeit mit ihm, hat mich zu dem gemacht, was ich heute bin. Er hat schnell erkannt, dass ich Talent hatte. Aber das reicht nicht, um professionell Musik zu spielen. Ric ist ein Perfektionist. Er stellt an sich und andere extrem hohe Ansprüche. Meine Freizeit habe ich voll und ganz der Musik gewidmet – beim Unterricht, Üben und Spielen vor Publikum in coolen Bars in Brooklyn.

Bei meinem Praktikum stellte sich allerdings nach einigen Wochen heraus, dass ich etwas ändern musste. Das war nicht einfach, denn mein Visum war ja entsprechend ausgestellt. Bereits zu dieser Zeit hatte ich durch meine Studienjobs einige gute Kontakte im Marketingbereich in Deutschland. Und so bekam ich eine Empfehlung, mit der ich meinen Fuß in die Tür von TBWA in der Madison Avenue in New York brachte. Ich bekam die Chance, ein Jahr in dieser renommierten Werbeagentur mitzuarbeiten. Es war eine sehr intensive Zeit, in der ich viel gearbeitet und gelernt habe.

Pia Frei: Und dann ging es wieder zurück nach München?

Tom Huber: Ja, denn ich wollte mein Studium zu Ende bringen. Im Hauptstudium legte ich den Schwerpunkt auf VWL und Kommunikationswissenschaften. Daneben jobbte ich hauptsächlich im Marketingbereich und machte weiter Musik. Meine New Yorker Referenzen haben mir dabei viel geholfen – sowohl bei meinen Jobs als auch bei der Musik.

Pia Frei: Und nach dem Abschluss? Lockte Sie die Werbebranche?

Tom Huber: Nein, mich lockte die Musik und ich wollte zurück nach USA. Ich packte meine Bücher vom Studium in eine Kiste und hab‘ sie in den Müll geworfen. Danach schrieb ich mich am MI (Musicians Institute) in Hollywood ein. Dort waren die Idole aus meiner Jugend. Dort wollte auch ich sein.

Ich traf auf Efraim Toro, der mein Empfinden für Rhythmus stark geprägt hat. Arbeitete mit Tim Pierce zusammen, der als Gitarrist schon mir Bruce Springsteen, Rick Springfield, Joe Cocker, Phil Collins, Tina Turner, Eric Clapton und vielen anderen gearbeitet hat. Ich ging mit anderen auf Tourneen und – hätte ich mich für diesen Weg entschieden – hätte ich wahrscheinlich früher oder später ebenfalls als Gitarrist mit einigen Großen auf den Weltbühnen gestanden. Doch ich entschied mich anders.

Als sich herausstellte, dass ich Vater werden würde, war für mich klar, dass ich mir eine tragfähige Existenz aufbauen wollte. Natürlich durfte die Musik dabei nicht fehlen. Ich kehrte zurück nach Deutschland, gründete zuerst mit Kollegen ein Studio, in dem wir für Plattenfirmen produzierten, andere Künstler entwickelten und eigene Songs schrieben – einige kamen sogar in die Charts. Dann – 2006 – gründete ich mit Philipp Stempelkamp die Sound Agentur NOVO SONIC.

Pia Frei: Was ist die Idee hinter NOVO SONIC?

Tom Huber: Die akustische Markenführung – damals noch ein fast jungfräuliches Thema. Wir komponieren Musik, die die Identität eines Unternehmens oder eines Produktes zum Ausdruck bringt und transportiert. Dank meiner betriebswirtschaftlichen Ausbildung habe ich ein umfassendes Verständnis für Strategien und Visionen. Meine Leidenschaft zur Musik ermöglicht mir, diese in Klangbilder umzusetzen und zentrale Klangmotive zu finden. Zu unseren Kunden zählen BMW, Opel, McDonalds, die CeBit, Ravensburger, Nivea, Siemens, McKinsey aber auch TV Sender wie Pro7, die ARD und das ZDF.

Pia Frei: Und was machen Sie, wenn Sie nicht arbeiten?

Tom Huber: Musik. Vor einigen Jahren habe ich zusammen mit Ariane Roth und Thomas Foster die Band Ivotion gegründet. Wir wollten – frei von allen Zwängen – die Musik machen, die uns Spaß macht. Quasi wie früher als wir noch in einer Schul-Band spielten. Aufgrund unserer beruflichen Erfahrungen hatten wir nicht nur das Handwerkszeug, sondern auch die nötige Technik, um zu experimentieren und unsere Songs zu produzieren. Wir haben selbst neue, digitale Instrumente (der Multi-Touch-Screen Nyx) entwickelt und ab und an wagen wir uns in Extremsituationen. So drehten wir schon mal ein Videoclip auf einem Gletscher und in einem ehemaligen Steinbruch

Pia Frei: Zusammengefasst in einem Satz – Für was steht Tom Huber?

Tom Huber: Menschen und Marken durch Musik verbinden. Ihnen ermöglichen, ihre Visionen mit Musik zu transportieren. Ihnen ein einmaliges Klang-Profil geben. Oder noch kürzer: Für Musik!

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About the Author

Pia Frei ist seit 20 Jahren Unternehmerin. Ihre Überzeugung: Am Markt bewegen kann nur der etwas, der sich für seine Sache einsetzt. Ihre Motivation: Zu den Besten gehören und dabei achtsam mit seinem Gegenüber umgehen. Mit der Initiative „Profil Zeigen“ lässt sie Meinungsmacher zu Wort kommen, die nicht nur reden, sondern auch handeln und dabei für das einstehen, was sie vertreten.